Zu Weihnachten schon an Ostern denken

Sie sagen, dass ist grober Unfug? – Falsch, denn bei den unzähligen Einzelhändlern ist das Weihnachtsgeschäft gerade in vollem Gange, da bekommen sie von ihren Großhändlern und Lieferanten die Osterkataloge auf den Tisch gepackt und müssen ihre Bestellungen abgeben. Haben Sie eine Ahnung, was das für ein kurioses Gefühl ist, wenn man gerade an einem Schokoladenweihnachtsmann knabbert und sich die Hohlkörper für das Ostergeschäft aussuchen muss? Draußen schneit es und im Katalog grünt das Gras so grün…

 

Manchmal hört man die Kunden diskutieren, was denn mit den überzähligen Hohlkörpern passiert und so mancher kommt dort kess zur Behauptung, dass die eingeschmolzen und zu Osterhasen umfunktioniert werden würden. Wer sich ein wenig im europäischen und deutschen Lebensmittelrecht auskennt, der kann darüber nur herzlich lachen, denn das wäre allein schon aus Gründen der Lebensmittelhygiene gar nicht zulässig. Außerdem wäre es ein wirtschaftlich überhaupt nicht vertretbarer Aufwand, der beim Rücktransport beginnt und letztlich dazu führen würde, dass man unzählige Saisonkräfte beschäftigen müsste, um die geformte Schokolade aus ihrer Stanniol- oder Kunststoffhülle zu befreien.

 

Bei Pralinenkästen, eckigen Packungen für Kinderschokolade und einigen anderen Dingen geht man viel schlitzohriger vor. Wenn man sich die Packungen genauer anschaut, stellt man fest, dass es eine „Normalpackung“ ist, die mit einer zusätzlichen Umhüllung mit saisonalem Aufdruck versehen worden sind, die mit ein paar Handgriffen leicht entfernt werden kann. Anschließend landen diese Dinge als saisonneutrale Ware wieder im Regal.

 

Was auf diese Weise nicht verwertet werden kann, muss steuerlich abgeschrieben und entsorgt werden, wobei die Entsorgung meistens so funktioniert, dass die Schokolade als kleiner Leckerbissen für zwischendurch in den Mägen der Angestellten und ihrer Familien landet. Viele Händler setzen aber in den letzten Handelstagen vor den Festtagen die Preise herunter und versuchen so, so viel wie möglich an den Mann bringen zu können, auch wenn sie daran nichts mehr verdienen. Zumindest der Einkaufspreis kommt in der Regel dadurch wieder rein.

 

In diesem Sinne – Augen auf beim Weihnachtskauf!

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